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Carpe Diem: Als Provost Marshal in Afghanistan
München, 04.04.2011, WBK IV.
Sein nunmehr dritter Auslandseinsatz führte den Feldjäger Oberstleutnant Thomas Speck im 24. Deutschen ISAF-Kontingent von Oktober 2010 bis Ende Februar 2011 nach Afghanistan, genauer nach Mazar e Sharif. Dort übernahm er im Regional Kommando Nord nicht nur im nationalen Bereich das Kommando für alle ungefähr 180 Feldjägerkräfte, sondern auch im multinationalen Bereich die Verantwortung für verschiedene Militärpolizeien anderer NATO-Staaten (u.a. USA, CRO, NOR, SWE, CRO, BEL) sowie militärische Ausbildung der ANP, der Afghanischen National Polizei. – Wichtig, da nicht unerheblich, er übte darüber hinaus auch die Funktion als Persönlicher Berater des Kommandeurs des Regional Kommandos Nord, Generalmajor Hans-Werner Fritz, in Bezug auf militärpolizeilich relevante Angelegenheiten aus.
„Für diesen Einsatz hatten wir eine komfortable Vorbereitung, die ab Juli 2010 anlief und für die wir als Feldjäger-Leitverband ISAF 24 in großen Teilen selbst federführend waren. Darüber hinaus waren wir auch im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) in der Letzlinger Heide. Hier ging es um die gemeinsame Ausbildung und das Finden mit den Kameraden des Ausbildungs- und Schutzbataillons der Gebirgsjägerbrigade 23, u.a. durch das Darstellen und Bekanntmachen unser Infanterie mit Unterstützungsmöglichkeiten der Feldjäger (wie z.B. die Spezialbefähigung Erhebung und Ermittlung). Durch die gemeinsamen Ausbildungen kannte ich schon im Vorfeld des Einsatzes viele meiner Leute, von denen ein Großteil aus meiner Amberger Feldjägerkompanie kam. Für mich, als Stabsoffizier, war es wichtig, mich in vielen Ausbildungsgebieten zusammen mit meinem Team (u.a. im “Waffenhandling“ und in der infanteristischen Ausbildung) zu schulen und meine Kenntnisse/ Fähigkeiten mehr als aufzufrischen."
Partnering
Bei der Ausbildung (Quelle: Bundeswehr)
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Der Oberstleutnant berichtet: "Schwerpunkte unseres Einsatzes waren die Ausbildung der ANP und Partnering mit der Afghan National Civil Order Police (ANCOP) sowie die Unterstützung der Ausbildungs- und Schutzbataillone in Mazar e Sharif und in Kunduz. Die Ausbildung der ANP in den jeweiligen afghanischen Distrikten wird von sogenannten Police Mentoring Teams durchgeführt, die aus jeweils vier deutschen Polizisten und vier Feldjägern bestehen. Zehn dieser Teams stehen uns zur Verfügung. Dabei werden die anstehenden Aufgaben gemeinsam absolviert. Wir hatten viele Berührungspunkte mit der afghanischen Polizei, eigentlich fast täglich. Die Zusammenarbeit ist gut, dieser Ausbildungsweg, den wir beschreiten ist richtig. Dies ist natürlich eine schwierige Aufgabe, keine 1:1 Umsetzung. Dazu sind die Unterschiede, die kulturellen und sozialen Hintergründe zu unterschiedlich. Wenn jetzt zum ersten Mal in einigen Distrikten die ANP wieder selbst für die Sicherheit verantwortlich sein wird, dann ist das wichtig, zum Einen für uns Bundeswehrsoldaten, zum Anderen hat es aber auch einen hohen symbolischen Wert für die Afghanen selbst!" Auch wenn es diesen schlimmen Anschlag im Februar gab, wertet Oberstleutnant Speck dies als Einzellfall: "Ja, es war sehr schlimm. Ich musste als Feldjägerführer auch die drei toten Kameraden aus Regen einsargen, das gehörte auch zu meinen Aufgaben. – Eine schlimme Erfahrung und diese Bilder von den drei Zinksärgen im Container…" So führt der Oberstleutnant aus: "Die meisten der Afghanen sind engagiert und motiviert. Natürlich haben wir es dabei auch mit Analphabeten zu tun, aber darauf haben wir uns eingestellt. Es geht eben nicht so schnell und die Vermittlung erfolgt zunächst anschaulich bevor es praktisch geübt und umgesetzt werden kann."
Seine Methode
Herzlicher Kontakt (Quelle: Bundeswehr)
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Auch im Einsatz hat Oberstleutnant Speck seine besondere Methode praktiziert, war viel unterwegs, auch um seine Leute und ihre Situation besser kennen zu lernen. Hauptsache raus! - "Nur so konnte ich wissen, wie „tickt“ mein Team oder der Soldat, wo sind Probleme. Das kann man vom Schreibtisch aus nicht so gut. Interessant, gerade auch für unsere Ausbildungszwecke, sind die regionalen Unterschiede, beispielsweise zwischen einer Stadt wie Kabul und den anderen Regionen. Da sind natürlich auch die Anforderungen an Feldjäger und die anderen Sicherheitskräfte sehr unterschiedlich."
Super zufrieden
Gemeinsamer Auftrag (Quelle: Bundeswehr)
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Rückblickend schätzt der Kommandeur der Münchener Feldjäger ein: "Ich bin mit dem Einsatz meiner Soldaten super zufrieden und meinem ebenfalls. Wir haben mit unseren Fähigkeiten die anderen Truppenteile erfolgreich unterstützt und unsere Truppengattung gut vertreten. Sehr interessant und anspruchsvoll waren für mich die internationale Zusammenarbeit im Stab des Regionalkommandos Nord sowie der Austausch und die Koordination mit Amerikanern, Kroaten, Norwegern oder Schweden. Auch mit den Vertretern der Europäischen Union oder beispielsweise dem Bundesministerium des Inneren."
Was Trennung heißt
Auch was die Zahl schmerzhafter, familiärer Einschnitte betraf, war dies ein besonderer Einsatz für den Feldjäger: "Mit Weihnachten, Jahreswechsel, Geburtstage und Hochzeitstag… Gerade in der Weihnachtszeit wollte die Stimmung doch nicht so richtig aufkommen, trotz der vielen, vielen Post "(auch der vielen Schokogrüße). Die Trennung von seiner Frau überbrückten viele Telefonate und E-Mails: "Der Einsatz kam mir zwar lang vor, aber ich hatte viel zu tun, so dass die Zeit dann doch auch wieder schnell verging. Mein Schatz, meine Frau, ist eine ganz Taffe! Da habe ich viel Rückhalt. Meine Familie, auch Freunde haben mich mit Post überhäuft, selbst langjährige Bekannte aus früheren Zeiten schrieben mir plötzlich oder schickten sogar das berühmte Dresdener Weihnachtsgebäck per Feldpost. Besonders mein Sohn, aus meiner ersten Ehe, hat mir ganz klasse geschrieben. Das hat mich bei meinem 17-Jährigen doch sehr überrascht und gefreut.“
Willkommen
Oberstleutnant Speck und Generalmajor Wessels (Quelle: WBK IV/Kai Mörk)
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Erst wenige Wochen ist Oberstleutnant Speck in München wieder im Dienst. Wie gewohnt ist ihm die schnelle Kontaktpflege und die Aufnahme der Arbeit erstmal wichtig – und er ist gleich wieder unterwegs. Den richtig langen Urlaub, der steht für das Ehepaar Speck erst später, im April / Mai auf dem Programm, dann geht es für längere Zeit per Wohnmobil, übrigens zum ersten Mal, in Australien auf Tour.
"Im Gedächtnis bleiben, auch wenn es natürlich viel Arbeit für uns Feldjäger bedeutet hat, die vielen politischen und kulturellen Höhepunkte." Beispielsweise Besuche des damaligen Verteidigungsministers (mit Gattin) und Kerner-Show, Gabriel oder Westerwelle: "Diese Besuche verliefen problemlos, die hochrangigen Besucher waren sehr fair uns gegenüber und zeigten uns zugleich auch ihre Anerkennung. Persönlich hat mir DJ Paul Kalkbrenner besonders gut gefallen, das war toll!“
Bilder
Deutsche Feldjäger und Afghanische Polizisten bei gemeinsamer Ausbildung (Quelle: Bundeswehr)
Gemeinsam unterwegs (Quelle: Bundeswehr)
Gemeinsam als Partner (Quelle: Bundeswehr)
Quelle: www.wbk4.skb.bundeswehr.de
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