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Feldjägertag 2015

Seit inzwischen 21 Jahren feiert die Kameradschaft der Feldjäger e.V. nun gemeinsam mit den aktiven Feldjägern der Bundeswehr den Tag der Feldjäger. Aus der ursprünglich im November in Sonthofen stattindenden Feier der Gründung der Feldjägertruppe durch Friedrich den Großen vor nunmehr 275 Jahren ist aufgrund der Veränderungen der letzten Jahre bekanntlich eine Veranstaltung geworden, die im Sommer in Hannover durchgeführt wird. Als solche hat der Feldjägertag inzwischen bereits deutlich sichtbar begonnen, eine eigene Tradition zu entwickeln. So hat beispielsweise die Vorverlegung in die Sommermonate und die Einbettung in den Weiterbildungslehrgang für Feldjägerstabsoiziere jetzt bereits zum wiederholten Male die Möglichkeit eröfnet, mit dem Sommergarten ein Forum zu bieten, bei dem sich aktive und ehemalige Feldjäger, Reservisten und Freunde der Feldjägertruppe, mit einem Wort: Alle Angehörigen des Feldjägerkorps, trefen und bei Speis und Trank austauschen können. Überdies steht für die Totenehrung mit dem „Platz der Erinnerung“ eine gerade aufgrund ihrer schlichten und ofenen Gestaltung besonders eindrucksvolle Örtlichkeit zur Verfügung, an der ein Feldgottesdienst unter freiem Himmel gefeiert werden kann. Durch diese neuen Elemente war auch der diesjährige Feldjägertag geprägt, der am Donnerstag, dem 2. Juli 2015, in der Emmich-Cambrai-Kaserne in Hannover veranstaltet worden ist.

Das Kommando Feldjäger der Bundeswehr und die Kameradschaft der Feldjäger e.V. hatten geladen – und viele kamen. Es würde den Rahmen dieses Berichts bei weitem sprengen (und stellt für den Autor ohnehin ein viel zu gefährliches Terrain dar), versuchen zu wollen, die geladenen Gäste zu erwähnen, die der Einladung Folge geleistet hatten. Schon die einleitende Informationsveranstaltung für Ehemalige, mit der der Feldjägertag um 10:00 Uhr im Deister-Saal der Emmich-Cambrai-Kaserne eröfnet wurde, war jedenfalls so gut besucht, dass die vorhandene Bestuhlung kurzfristig noch erheblich erweitert werden musste.



Die Informationsveranstaltung hatte allerdings eine solche Resonanz auch verdient, wurden doch die Teilnehmer vom Kommandeur des Kommando Feldjäger der Bundeswehr, Brigadegeneral Schnittker, vom Chef des Stabes, Oberst i.G. Katz, sowie von den drei Abteilungsleitern (Oberst Busch für die Abteilung Feldjägereinsatz Bundeswehr, Oberst i.G. Thieser für die Abteilung Grundlagen/Weiterentwicklung und Oberstleutnant Krucklinski für die Abteilung Führung) persönlich ebenso fachkundig wie ausführlich und interessant über die aktuellen Entwicklungen im Feldjägerwesen der Bundeswehr informiert und auf den neuesten Wissensstand gebracht. Anschließend verlegten die Teilnehmer zum „Platz der Erinnerung“, an dem im Rahmen eines gemeinsam durch den katholischen Militärgeistlichen, Pfarrer Weinbrenner, und die evangelische Militärgeistliche, Pfarrerin Reitz, gestalteten ökumenischen Feldgottesdienstes der Toten des Feldjägerkorps gedacht wurde.





















Diese ohnehin stets ergreifende Tradition, die durch das in den Gottesdienst hinein klingende Glockenspiel und das mit der Trompete vorgetragene Lied vom guten Kameraden eindrucksvoll begleitet wurde, erhielt in diesem Jahr durch die Anwesenheit einer Delegation der polnischen Militärgendarmerie eine ganz besondere Note, ließen es sich die Kameraden aus Polen doch nicht nehmen, im Anschluss an den Gottesdienst gemeinsam mit dem Feldjägerführer der Bundeswehr und dem Präsidenten der Kameradschaft der Feldjäger e.V. einen eigenen Kranz vor den Erinnerungstafeln mit den eingravierten Namen der in Ausübung ihres Dienstes verstorbenen und gefallenen und auf den neuesten Wissensstand gebracht. Anschließend verlegten die Teilnehmer zum „Platz der Erinnerung“, an dem im Rahmen eines gemeinsam durch den katholischen Militärgeistlichen, Pfarrer Weinbrenner, und die evangelische Militärgeistliche, Pfarrerin Reitz, gestalteten ökumenischen Feldgottesdienstes der Toten des Feldjägerkorps gedacht wurde. Feldjäger niederzulegen. Ein deutlicheres Zeichen der Kameradschaft, aber besonders auch der Völkerverständigung und der Aussöhnung beider Nationen miteinander hätte fast genau 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wohl kaum gesetzt werden können!

Angesichts der Symbolträchtigkeit dieses besonderen Aktes der Kameradschaft war die folgende Mittagspause auch eine Gelegenheit, über die Eindrücke des Vormittags vertiefend nachzudenken sowie das Erlebte zu verarbeiten und zu verinnerlichen. Zudem bot sich auch wieder die Möglichkeit, sich von der Modernität und der Qualität der Ausbildungsmöglichkeiten zu überzeugen, die der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr seit ihrem Umzug nach Hannover zur Verfügung stehen und die ohne jeden Zweifel weithin ihresgleichen suchen. Auf dem Weg zum Mittagessen kamen alle Verplegungsteilnehmer zwangsläuig an dem Stand vorbei, den die Kameradschaft der Feldjäger e.V. zu beiden Seiten des Eingangs vom Gebäude 20 aufgebaut hatte. Hier bestand nicht nur die Möglichkeit, die von der Kameradschaft der Feldjäger e.V. angebotenen Verkaufsartikel zu erwerben und für den Hilfsfonds „Feldjäger helfen Feldjägern“ zu spenden, vielmehr hatte Stabsfeldwebel a.D. Peter Schrader auch einen „militärischen Flohmarkt“ eingerichtet, bei dem er so manche Rarität und etliche Besonderheiten rund um das Thema Militärpolizei aufgeboten hatte. So konnte sich ein Käufer beispielsweise ganz besonders an einem Verkehrsregelungsstab der NVA erfreuen. Ähnliche Artikel waren zuhauf vorhanden und stießen auf reges Interesse. Allen Kameradinnen und Kameraden, die den Stand der Kameradschaft der Feldjäger e.V. beinahe den gesamten Tag über und in geradezu sengender Hitze betrieben haben, sei an dieser Stelle ausdrücklich ganz herzlich für ihren wirklich überobligatorischen Einsatz gedankt!



Wie im letzten Jahr war auch dieses Mal wieder der nachfolgende Appell zum Feldjägertag ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung, der von zahlreichen Vertretern aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Polizei und Bundeswehr besucht wurde.



Stellvertretend für alle vertretenen Repräsentanten sei hier der Vizepräsident des Niedersächsischen Landtags, Herr Dr. Klaus- Peter Bachmann, genannt, der sich mit einem Grußwort an die zum Appell angetretenen Soldaten und die teilnehmenden Gäste wandte und in freier Rede ausführlich den Stellenwert der Bundeswehr in der Gesellschaft im Allgemeinen sowie die Bedeutung des Feldjägerwesens im Besonderen hervorhob. Zudem nahm er die Auszeichnung derjenigen Soldaten mit Urkunden vor, die bei soldatischen Vergleichswettkämpfen der jüngeren Zeit herausragende Leistungen erbracht hatten.





Die zentrale Rede des Kommandeurs Kommando Feldjäger der Bundeswehr ist im Anschluss an diesen Bericht im Wortlaut abgedruckt.



Selbstverständlich wurden auch wieder die Lehrgangsbesten der laufbahnrelevanten Lehrgänge der Feldjäger-Lehrgruppe an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr des letzten Jahres, die vom Schulkommandeur Oberst Keller und dem Präsidenten der Kameradschaft der Feldjäger e.V. die von dieser gestifteten Bestpreise sowie eine einjährige kostenfreie Mitgliedschaft in unserem Verein erhielten. Es handelt sich um Oberleutnant Goldbrunner aus Roding und Feldwebel Müller aus Storkow, der zu diesem Zweck sogar seinen Urlaub unterbrochen hatte und eigens aus Mallorca eingelogen war, um seine Auszeichnung entgegennehmen zu können.
Als Besonderheit des Appells bleibt noch zu erwähnen, dass die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr feierlich die Patenschaft über die Trainingseinrichtung der polnischen Militärgendarmerie in Minsk-Masowiecki übernahm – auch dies ein schönes Symbol gelebter Kameradschaft und wechselseitiger Wertschätzung!











Bei strahlendem Sonnenschein schloss der Appell dann mit den Nationalhymnen Polens und Deutschlands, die vom Heeresmusikkorps 1 gespielt wurden, das zuvor in gewohnt exzellenter Manier auch schon für die musikalische Untermalung des Appells verantwortlich gezeichnet hatte.

War der oizielle Teil des Feldjägertages damit beendet, so ging die Veranstaltung dann unmittelbar in das gemütliche Beisammensein des Sommergartens über, der wie stets von der Kameradschaft der Feldjäger e.V. mit einem namhaften inanziellen Beitrag zu den Speisen und den bei der großen Hitze besonders willkommenen Getränken gesponsert worden war.



Als ausgesprochen glücklich hat sich dabei die diesjährigen Terminierung des Feldjägertages auf einen Donnerstag erwiesen, ergab sich dadurch doch für eine große Zahl von aktiven Soldaten ebenfalls die Gelegenheit zur Teilnahme. Das ermöglichte viele anregende Gespräche zwischen ehemaligen und aktiven Feldjägern, Reservisten und Freunden der Feldjägertruppe, die bis in die (sehr) späten Abendstunden hinein andauerten. Zudem kam es zu so manchem unverhoften Wiedersehen zwischen früheren und auch „alten“ Kameraden, die sich teilweise schon seit langen Jahren nicht mehr gesehen hatten – ein Phänomen, das bei Veranstaltungen unter Beteiligung der Kameradschaft der Feldjäger e.V. erfreulicherweise immer wieder zu beobachten ist, macht es die Mitgliedschaft in unserem Verein doch möglich, auch über das Ende der aktiven Dienstzeit hinaus den Kontakt zur Feldjägertruppe und den anderen Angehörigen des Feldjägerkorps zu halten!

Nicht nur, aber auch aus diesem Grunde ist der Sommergarten, der seinem Namen aufgrund des herrlichen Sommerwetters alle Ehre gemacht hat, auch in diesem Jahr wieder als ein voller Erfolg zu werten, an den es im nächsten Jahr anzuknüpfen gilt, wenn der Feldjägerführer der Bundeswehr und der Präsident der Kameradschaft der Feldjäger e.V. ein weiteres Mal zum traditionellen Feldjägertag nach Hannover laden.

Dr. Peter Schütz
Oberstleutnant d.R.


Ansprache des Kommandeurs des Kommandos Feldjäger der Bundeswehr, Brigadegeneral Udo Schnittker, anlässlich des Feldjägertags am 2. Juli 2015 in Hannover

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Vizepräsident des Niedersächsischen Landtages, Herr Dr. Klaus-Peter Bachmann, sehr geehrter Herr Bürgermeister der Stadt Hannover, Herr Klaus Dieter Scholz, sehr geehrter Herr Bürgermeister des Bezirks Bothfeld-Vahrenheide, Herr Harry Grunenberg, ich heiße Sie zusammen mit unseren Gästen recht herzlich willkommen und freue mich, dass Sie unserer Einladung zum diesjährigen Feldjägertag gefolgt sind.

Liebe Gäste, erlauben Sie mir zunächst die Begrüßung weiterer Vertreter verschiedener Ressorts und Bereiche:

Kameradschaftlich begrüßen möchte ich aus dem internationalen Bereich
- Colonel Marek Brylonek, stellvertretend für die polnische Militärgendarmerie, und
- Colonel Zane Jones, stellvertretend für das Militärpolizeiwesen der US-Landstreitkräfte in Europa.
Very cordially I would like to welcome Colonel Marek BRYLONEK representing the POL Military Gendarmerie and Colonel Zane JONES representing the MP of the United States Army in Europe.

Stellvertretend für Verbände und Behörden begrüße ich - den Präsidenten des Landespolizeipräsidiums Hannover,
Herrn Uwe Binias, und, aus unserem Nachbarbundesland angereist, die Polizeipräsidentin der Stadt Wuppertal, Frau Birgitta Radermacher, sowie den Landespolizeidirektor des Landes Sachsen-Anhalt, Herrn Michael Schulze,
- den Präsidenten der Landesverkehrswacht Niedersachsen, Herrn Innenminister a.D. Heiner Bartling,
- den Präsidenten der Klosterkammer Hannover, Herrn Hans- Christian Biallas, und
- den Vorsitzenden des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen, Herrn Rechtsanwalt Michael Fürst.

Für den Bereich der Bundeswehr begrüße ich
- für die militärischen Vertreter den Stellvertreter des Kommandeurs Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr, Herrn Brigadegeneral Gerd Josef Kropf, sowie
- für den Bereich der Bundeswehrverwaltung den Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Hannover, Herrn Regierungsrat Ralf Wiemann, und
- den Vorsitzenden des Hautpersonalrats beim Bundesministerium der Verteidigung, Herrn Oberstleutnant Rüdiger Spohr.

Für die Kirchen freue ich mich über die Anwesenheit von
- Frau Militärpfarrerin Petra Reitz vom evangelischen Militärpfarramt Hannover sowie
- von Herrn Militärpfarrer Heribert Weinbrenner vom katholischen Militärpfarramt Hannover.

Ihnen gebührt mein herzlicher Dank für die Andacht an unsere im Dienst verstorbenen und gefallenen Kameraden heute Morgen am Platz der Erinnerung.

Für die Reservedienstleistenden und Ehemaligen begrüße ich
- den Stellvertreter des Präsidenten des Verbandes der Deutschen Reservisten der Bundeswehr e.V., Herrn Hauptmann a.D. (und MdB a.D.) Bernhard Brinkmann,
- den Präsidenten der Kameradschaft der Feldjäger e.V., Herrn Oberstleutnant d.R. Dr. Peter Schütz, und
- stellvertretend für alle ehemaligen Inspizienten der Feldjägertruppe, Herrn Oberst a. D. Rolf Diez.

Und natürlich begrüße ich alle unsere Gäste und die Angehörigen des Kommandobereiches Feldjäger der Bundeswehr, dabei ganz besonders zwei unserer Ehrenfeldjäger: den ehemaligen Bezirksbürgermeister Bothfeld-Vahrenheide, Herrn Hans Battefeld, und Herrn Oberst a.D. Herbert Konzok.

Nicht vergessen werde ich einen unserer treuesten Wegbegleiter und stets gern willkommenen Gast bei seinen Feldjägern, dem aus dem Berliner Orden der Salvatorianer kommenden Pater Vincens.

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

In diesem Jahr feiern wir Geburtstag – 60 Jahre Bundeswehr, also auch 60 Jahre Feldjäger in der Bundeswehr. Übrigens: eine fast genauso lange gemeinsame Zeit von Feldjägerwesen und Stabsdienst der Bundeswehr an unserer Truppenschule gilt es ebenso zu würdigen, denn an unserer Truppenschule wurde schon immer für die Bundeswehr und die Streitkräfte insgesamt ausgebildet.
Auch das Zusammenführen und Gestalten der Armee der Einheit jährt sich in diesem Jahr zum 25. Male. Was für Zeitspannen – und was hat sich in diesen Jahrzehnten in Deutschland, Europa und der Welt verändert! Jeder von uns heute hier hat seinen Anteil an, zumindest seine Erlebnisse in diesen Zeitstreifen. Mir selbst sind nun bald 38 Dienstjahre gutgeschrieben und beschreiben damit dennoch nicht die gesamte Entwicklung. Für die Bundeswehr waren diese 60 Jahre durch viele Strukturanpassungen, geistig-philosophische Neuausrichtungen (wie z.B. die Einrichtung von bundeswehreigenen Universitäten) und zu Beginn steigende, in den letzten Jahrzehnten nach 1990 kontinuierlich fallende Umfangszahlen gekennzeichnet.
Aber auch historisch ist dieses Jahr für die Feldjägertruppe etwas Besonderes: Am 24. November 1740, also vor 275 Jahren, unterzeichnete der gerade erst Ende Mai 1740 auf den Thron gekommene Friedrich II. noch in Rheinsberg (Brandenburg) weilend die Stiftungsurkunde des „Reitenden Feldjägercorps“. Damit hatte er gleich nach seinem Machtantritt eine Truppe aufgestellt, die besonders für die Unterstützung schneller und vor allem zielgerichteter Truppenbewegungen, aber auch für Kurierdienste und als Leibgarde, heute würde man sagen zum Personenschutz, eingesetzt werden konnte.

Die Geburtstagsfeier zum 60-jährigen haben wir gemeinsam vor gut 14 Tagen im Rahmen des Tages der Bundeswehr am 13. Juni begangen. Bundesweit in 15 Standorten präsentierte sich die Bundeswehr in allen Facetten. Alle Organisationsbereiche stellten sich mit großem Stolz und professionell vor, denn wir wollen uns ganz im Sinne unserer Chein auf den Weg begeben, einer der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands zu werden. Dieses Angebot haben insgesamt ca. 230.000 Besucherinnen und Besucher genutzt, hier in Hannover waren es knapp 6.000. Der Aufgabenbereich Feldjägerwesen konnte sich dabei als guter Gastgeber und Ausrichter qualiizieren und gehörig Eigenwerbung machen. Die hervorragende Ausbildungsinfrastruktur unserer Schule ist für viele Gäste immer wieder ein Aha-Erlebnis, dies gilt für den Anteil Feldjäger ebenso wie für den Bereich des Stabsdienstes der Bundeswehr. Die Kameradschaft der Feldjäger hat sich an diesem Tag mit einem eigenen Stand präsentiert und konnte manche gute Kontakte herstellen und plegen. Als besondere Repräsentanten waren unser Ministerpräsident, unser Oberbürgermeister und unsere Chein, die Bundesministerin der Verteidigung, anwesend, die sich beeindruckt von dem vielfältigen Angebot und dem erlebten Charakter ihrer Bundeswehr zeigten. Ministerpräsident Weil formulierte es in etwa so: Wenn man sich eine Armee schafen müsste, wäre die Bundeswehr genau das, was man haben möchte. Schönes Lob, inde ich.

Heute widmen wir uns am Feldjägertag unserem eigenen 60-jährigen Bestehen. Die Feldjägertruppe hat wie alle Truppenteile eine kontinuierliche Anpassung an die übergeordneten Strukturen erlebt, vor allem aber hat sich ihr Auftragsbuch in Jahrzehnten stetig verändert. Wir dürfen zu Recht mit einigem Stolz darauf verweisen, dass in einem ersten Aufstellungsbefehl des Heeres von 1955 unter fünf Ausbildungseinheiten eine „Militärpolizei- Lehrkompanie“ genannt ist. Rasch ging der Ausbildungsauftrag an die Feldjägerschule nach Sonthofen, wo er bis 2009 durchgängig wahrgenommen wurde.
Die Truppe, zunächst noch im Kern durch abgestellte Heeressoldaten und einige wenige Marine- und Luftwafensoldaten in deren eigener Uniform verstärkt, unterlag im Zuge der Aufstellung mancher struktureller Veränderung. Mit Aufstellung der Korps- und Divisionsstäbe entstanden auch dort Feldjägereinheiten und -verbände, die nach und nach in das sich entwickelnde Territorialheer, schließlich unter die Territorialkommandos wechselten. 1990 wurde das Feldjägerwesen auch in die neuen Bundesländer gebracht, die Anzahl der Feldjägerbataillone wechselte beständig, schließlich blieben acht Bataillone, die erst vor knapp 2 1/2 Jahren im Zuge der Neuausrichtung der Bundeswehr dem Kommando Feldjäger der Bundeswehr, welches im Januar 2013 in der benachbarten Scharnhorst-Kaserne aufgestellt worden war, unterstellt wurden. Die damit nach knapp 58 Jahren erstmalige Zusammenführung aller Feldjägerverbände und der Schule unter ein eigenes Feldjägerfähigkeitskommando bildet aktuell den wohl markantesten und wichtigsten Schritt in der Entwicklung unserer Truppe. Vor 1 ¾ Jahren wurden die Bataillone aufgelöst und unsere drei Feldjägerregimenter aufgestellt. Sie führen nun die verbliebenen 24 Feldjägerkompanien und stellen jeweils in etwa 1/3 Flächenanteil in der Bundesrepublik den Feldjägerdienst sicher. Mit der gestern begonnenen Neugliederung der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, die zugleich auch die Aufstellung eines Übungszentrums Feldjäger Bundeswehr umfasst, schließen wir den Hausbau der Familie Feldjäger Ende dieses Jahres zunächst erst einmal ab. Mal sehen, ob es dann schon Renovierungsbedarf geben wird, der über die bislang vorgenommenen kleinen Schönheitsreparaturen hinausgeht.
Die Aufgabenfelder der Feldjäger in den ersten Jahren waren geprägt von der vordringlichen Aufgabe der eigenen Aufstellung und der dabei parallel sicherzustellenden Unterstützung der Bundeswehrtruppenteile beim militärischen Ordnungsdienst (in den frühen Jahren wurde noch samstags Dienst geleistet bis 13:00 Uhr, also blieben die Soldaten im Standort und brachten Leben in die mitunter verschlafenen Orte ). Anschließend stand bis Ende der 80er Jahre der militärische Verkehrsdienst im Vordergrund, um die strategische Planung der Verteidigung an der damaligen innerdeutschen Grenze durch Heranführen der dafür erforderlichen nationalen und internationalen Großverbände aus dem westlichen Raum Deutschlands, Europas und den USA sicherzustellen. Ende der 70er Jahre erforderte die terroristische Bedrohung in der Bundesrepublik die Ausweitung und Neubewertung der Aufgaben zur Absicherung von Veranstaltungen in der Öfentlichkeit und zum Schutz von Persönlichkeiten der Bundeswehr – der militärische Personenschutz wurde geboren. Nach der Wiedervereinigung kamen die besonderen Auslandseinsätze mit ihrem deutlich militärpolizeilichem Fähigkeitsproil hinzu, die aus der Armee der Einheit in raschen Schritten zur Armee im Einsatz zwangen. Für uns Feldjäger ist damit ein enormer Fähigkeits- und Bedeutungszuwachs verbunden.
Plötzlich war der Feldjäger im Handumdrehen – man könnte auch sagen nach 3 Stunden Flugzeit ins Kosovo – zu einem Polizisten, einem Militärpolizisten geworden, denn er war es, der fehlende zivile Strukturen ersetzen und aufzubauen half. Die spezielle Befähigung erlangten wir durch harte und einsatznahe Ausbildung, bei der uns die Polizei und weitere Blaulichtorganisationen kameradschaftlich unterstützten. Die von uns unterstützte Truppe hat den damit einhergehenden Mentalitätswechsel bei den Feldjägern positiv aufgenommen und spürt, dass wir weiterhin, wenn auch in Teilen anders, für sie da sind und auch zukünftig Teil der Truppe sein wollen. Unser Leitmotiv, zuerst Soldat zu sein, dann Feldjäger und darauf aufbauend der hoch efektive Fachmann einer militärpolizeilichen Spezialisierung, hat sich bewährt.
Derzeit zeichnet sich erneut ein Wechsel in der Schwerpunktbildung für uns ab. Während die besonderen Auslandseinsätze mit großen Einsatzkontingenten kontinuierlich abnehmen, nimmt die Bedeutung der glaubwürdigen Präsenz von zur symmetrischen Kriegsführung befähigten Streitkräften zu, der Schutz des NATO-Vertragsgebiets kommt erneut in den Fokus. Hiermit verbinden sich erhöhte Übungsanforderungen mit gut vorbereitetem Personal und vor allem vorhandenem Material in bestem Erhaltungszustand. Es sind dies keine Luftnummern, sondern harte Fakten auf dem Boden und in der Luft mit dem vorrangigen Ziel, glaubwürdig abschreckend zu wirken.
Damit wird auch die Rolle unserer Reservedienst Leistenden neu zu beleuchten sein. Neben der Entlastung der aktiven Truppe im Grundbetrieb entsteht zusätzlich die Notwendigkeit, bei fordernden Gefechtsübungen die Einsatzbereitschaft an der Seite der Aktiven unter Beweis zu stellen, um bei Bedarf gemeinsam bereit zu sein!

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
ich bin weit davon entfernt, ein Schreckensszenario an die Wand malen zu wollen. Dies hieße, die Möglichkeiten und Fähigkeiten von Politik und Diplomatie kleinzureden. Das wäre ganz und gar unangemessen. Es ist gerade das Zusammenstehen in EU und NATO sowie die ernste Bereitschaft, gemeinsam in harten Zeiten auch zu schwierigen Entscheidungen zu stehen, die den Einsatz von Streitkräften in der Vergangenheit im Rahmen einer großangelegten Konfrontation verhinderte.
Die Voraussetzungen für eine einfache Wiederholung sicherheitspolitischer Geschichte sind nicht gegeben, die Vernetzung zwischen den Nationen ist zu groß, als dass egal welcher Seite ein leichtfüßiger Umgang mit unser aller Sicherheit unterstellt werden sollte.

Wir können, so denke ich, heute beruhigt und mit Zuversicht auf die vergangenen 60 Jahre Bundeswehr und 25 Jahre Armee der Einheit zurückschauen. Natürlich wünschten wir uns als Soldaten die eine oder andere Ausrüstungslücke schneller geschlossen, vielleicht mehr Stückzahl hiervon oder davon, sachlichere Debatten über unsere Braut, das Gewehr, und vielleicht sogar einen weniger hochmütigen Blick auf das Attraktivitätsprogramm unserer Ministerin, denn auch diese Initiative war dringend notwendig. Vieles davon hätte ich selbst gern in den vergangenen fast 40 Dienstjahren genossen. Das wichtigste Kapital aber, die Menschen in ziviler oder uniformierter Kleidung, sollte uns weiter am Herzen liegen, dort ist jedes Investment richtig angelegt. Von dort kommen dann die Lösungen, die die Bundeswehr als Organisation auch mit einem „zu wenig“ oder „noch nicht perfekt“ gut bestehen lassen kann.

Sehr verehrte Damen und Herren,
nach dem Gedenken heute Morgen am Platz der Erinnerung und der Möglichkeit, sich die moderne Ausbildungsinfrastruktur der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr anzuschauen, wollen wir den zweiten Teil des Feldjägertages nutzen, um nun auch allen Interessierten, Freunden und derzeit außerhalb des Feldjägerhauses Weilenden drei weitere Besonderheiten anzubieten:
Nach dem Grußwort unseres Landtagsvizepräsidenten wird die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr die Patenschaft über die Trainingseinrichtung der Polnischen Gendarmerie in Minsk-Masowiecki übernehmen. Ein schöner Ausdruck der über die vergangenen zwei Jahre intensivierten Kooperation und des gegenseitigen Vertrauens.

Anschließend wollen wir die Lehrgangsbesten der Feldjäger- Lehrgruppe unserer Schule auszeichnen. Dies wird durch unsere Kameradschaft der Feldjäger e.V. jährlich zum Feldjägertag ermöglicht, da die Kameradschaft die entsprechenden Preise stiftet! Der Präsident dieses Kameradschaftsvereins, Herr Oberstleutnant Dr. Schütz, und der Kommandeur unserer Schule, Herr Oberst Keller, werden diese Auszeichnungen im Anschluss vornehmen.

Danach wollen wir zu gemeinsamen Gesprächen zusammenfinden. Der dafür eingerichtete Rahmen des Sommergartens gehört bereits zur guten Tradition des Feldjägertags und verdankt seinen Glanz nicht nur der großen Mühe und dem Engagement des in der Vorbereitung und Durchführung eingesetzten zivilen und militärischen Personals, sondern der nicht nur ideellen, sondern auch kräftigen i nanziellen Unterstützung durch die Kameradschaft der Feldjäger. Dafür danke ich Ihnen, Herr Oberstleutnant Dr. Schütz, stellvertretend für die gesamte Kameradschaft der Feldjäger, sehr!

Meine Damen und Herren, Kameraden, Zivilpersonal des Kommandobereiches, verehrte Gäste.

Lassen Sie mich abschließend das noch immer passende und grii ge Leitmotiv unserer Bundeswehr in Erinnerung bringen: Wir. Dienen. Deutschland. Sie sind uns heute ein besonderer Teil davon, weshalb wir uns auf Sie im Sommergarten freuen.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.



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