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Symbol der Verbundenheit
Bonn / Kabul - Vor dem Einsatzbeginn keimte in uns der Wunsch nach einem Symbol der Verbundenheit zwischen der Heimatkompanie und dem neuen Einsatzort Kabul auf. Mein derzeitiger Einsatzspieß machte daraufhin den Vorschlag eine Kompaniefahne zu entwerfen. Da die Bonner Kompanie seit jeher eine enge Verbindung zur Kameradschaft der Feldjäger, hier dem OV Bonn, pflegt waren wir nicht verwundert aber doch hoch erfreut, dass unsere Idee gern aufgegriffen wurde und sich die Vertreter der Kameradschaft mit einem beachtlichen finanziellen Beitrag bei der Beschaffung der Fahne - unserer Fahne - beteiligten. Zugegebenermaßen hatte ich meine Zweifel, ob diese noch rechtzeitig zum Abflug fertig gestellt werden würde. Aber, als Resultat des Engagements aller Beteiligten der Bonner FJgKp und den Kameraden des OV Bonn, wurde uns am 17.06.2011 kurz vor Abflug vom Flughafen Köln/Wahn unser Exemplar während eines kleinen Abschiedsappells durch den Stabshauptmann a.D. Stallmach überreicht. In meinem Handgepäck ist unsere Fahne nun von Bonn über Köln, Termez, Mazar - e - Sharif bis zu Ihrem ersten Bestimmungsort Kabul gereist.
Für uns hat dies mehrere Bedeutungen zu gleich, die sich jedoch auch weit in der militärischen Tradition zurück führen lassen. Fahnen sind seit jeher, im Gegensatz zu Flaggen, nicht einfach austauschbar. Sie dienen als Symbol von Verbundenheit und galten schon immer als Orientierungspunkt für Feldherren im Gefecht, die so einen Überblick auf ihre Soldaten im Kampf hatten. Die Fahne zu verteidigen war Pflicht und Ehre zu gleich. Ebenso empfinden wir. Für uns ist sie ein Orientierungspunkt - wir wissen wo unsere militärische Heimat ist und können sicher sein, dass dort aktive wie ehemalige Soldaten, allesamt unsere Kameraden, an uns denken. Gleichzeitig ist es eine Ehre für uns, die ersten zu sein, welche unser Verbundenheitssymbol mit in den Einsatz führen dürfen. Darüber hinaus ist es die Pflicht für alle meine Soldaten und Soldatinnen - und für mich im Besonderen - unsere Bonner Fahne wieder mit nach Haus zu nehmen.
Dies ist unser selbstauferlegter Auftrag. Und wenn man einem Feldjäger einen Befehl gab, konnte man sicher sein.
Gern möchte ich Ihnen aber auch den Feldjägerzug Kabul näher bringen. Wir haben unseren Hauptsitz im Nord-Ostwärtigen Bereich des Camp Warehouse; weitere Teile (Personenschutzkommandos) sind sowohl im HQ ISAF als auch am Kabul International Airport untergebracht. Zunächst setzte sich der Zug aus einem Zugführer, Dienstgrad Hauptmann, einem Innendienstfeldwebel, Dienstgrad Hauptfeldwebel und zehn Portepeeunteroffizieren für den Dienst im Camp Warehouse sowie 18 weiteren Personenschützern in den drei Kommandos zusammen. Mittlerweile wurden wir, um die Erfüllung des sehr hohen Einsatzaufkommens im Bereich Personenschutz zu gewährleisten, personell aufgestockt. Daher entschied die Führung in Masar - e - Sharif, dass acht Feldjäger aus der ANP AusbKp zur temporären Unterstützung nach Kabul verlegen sollten. Somit sind wir nun auf insgesamt 36 Männer und 2 Frauen, aus den verschiedensten Feldjägereinheiten, aufgewachsen und können mit diesem Personal die Personenschutzaufträge und die weiteren Tätigkeitsfelder abdecken. Dazu gehört es, wie in jedem Einsatz, Militärischen Ordnungsdienst durchzuführen, die ausgehende Feldpost auf luftsicherheitsrelevante Gegenstände zu untersuchen sowie bei jeglicher Form von Verbrechen, Dienstvergehen oder Anschlägen zu ermitteln. Dafür haben wir eine Erheber- und Ermittlergruppe, die speziell für letztgenannten Bereich ausgebildet ist. Zudem finden wir uns häufig im Bereich des Militärischen Verkehrsdienstes wieder, wobei wir uns hier hauptsächlich mit Unfallaufnahmen befassen. Zudem unterstützen wir bei Notfällen, wie z.B. der Verbringung von verletzten Soldaten oder Bergeeinsätzen.
Anfang Oktober läutet der FJgZg Kabul dann die Kontingentwechselphase für unseren Standort ein. Voraussichtlicher Rückkehrtermin für die Bonner Teile wird der 26.10.2011 sein. Dort wird unsere Fahne dann zunächst im Kompaniegebäude aufgehängt, um dann später weitere Kameraden treu in den Einsatz zu begleiten.
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