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Feldjäger feierten Jubiläen in Berlin

Gleich drei Jubiläen feierten die Feldjägertruppe und Kameradschaft der Feldjäger e.V. vom 27.-29.11.2015 in Berlin. 275 Jahre Feldjäger (24.11.), 60 Jahre Feldjäger in der Bundeswehr (06.10.) und 35 Jahre "Feldjägerkameradschaft" (06.12.) führten die aktive Feldjägertruppe, die Ehemaligen, Reservisten und Freunde der Feldjäger in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin zusammen. Ein Meldekopf, besetzt durch Mitglieder des Bundesvorstandes der "Feldjägerkameradschaft", nahm die Gäste auf und wies sie in Örtlichkeiten und Abläufe ein.


Die Feierlichkeiten begannen am Freitag, 27.11.2015 mit einem Appell auf dem Bärchenplatz vor einer beeindruckenden Kulisse. Zum Einmarsch der Ehrenkompanie und der Truppenfahnen mit dem Heeresmusikkorps waren Abordnungen derdrei Feldjägerregimenter, des Kommandos Feldjäger der Bundeswehr und der Schule für Feldjäger und Stabsdienst angetreten. Fahnenträger mit den Truppenfahnen aufgelöster Verbände und Einheiten rundeten das Gesamtbild ab.








Der Kommandeur des Kommandos Feldjäger der Bundeswehr, Brigadegeneral Udo Schnittker, begrüßte die Gäste, darunter zahlreiche Ehrengäste aus den Bereichen der Bundes- und Landespolitik, Polizei, Bundeswehr, Kirchen, Reservedienstleistenden und Ehemaligen. Er gab seiner Freude Ausdruck, dass sie der Einladung nach Berlin gefolgt sind. "Hier sind wir nahe dran an den Orten, die vor 275 Jahren die Namensgebung und Aufstellung einer ersten Feldjägerformation prägten: Rheinsberg, nördlich von hier im Brandenburgischen, und Potsdam in der Frühzeit von Friedrich II., später der Große genannt."


In seiner Ansprache gab der Kommandeur einen geschichtlichen Abriss über die Entwicklung der Feldjäger seit der Gründung des Reitenden Feldjägercorps am 24.11.1740 durch eine Kabinettsorder Friedrich II. im Schloss Rheinsberg bei Neuruppin. Nach ständigen Wandlungen von Organisation und Aufgabenzuweisung über die Jahrhunderte begann mit dem Befehl zur Aufstellung einer Militärpolizei-Lehrkompanie vom 06.10.1955 dann eine eigene Geschichte.
Er betonte, dass die Feldjägertruppe heute als fester Bestandteil des auf professionelle und verlässliche Dienstleistung ausgerichteten Organisationsbereiches Streitkräftebasis dem Selbstverständnis "Wir.Dienen.Deutschland" im In- und Ausland seit 2001 in ganz besonderer Weise verbunden und verpflichtet ist. "Die Auftragstreue, die anerkannte hohe Professionalität in der Durchführung im Inland wie im besonderen Auslandseinsatz führte logisch zur Schaffung des truppendienstlich, konzeptionell und für die Ausbildung verantwortlichen Fähigkeitskommandos Feldjäger der Bundeswehr".Weiter berichtete General Schnittker u. a., dass Feldjäger aktuell auch im Rahmen der Amtshilfe zur Unterstützung ziviler Behörden bei der Bewältigung der Flüchtlingslage an verschiedenen Orten eingesetzt sind.
Abschließend brachte er seine guten Gefühle und auch seinen Stolz zum Ausdruck, "auf unseren in die Bundeswehrgeschichte eingebetteten 60-jährigen Beitrag zu Frieden und Sicherheit der Bundesrepublik zurückschauen zu können". Die Wertvorstellungen und Handlungsmaximen unserer Vorgänger wirken bis heute und sind traditionsbildend: "Zuverlässigkeit; Verpflichtung und Bindung des eigenen Handelns an Recht und Gesetz des demokratischen Staatswesens; Bereitschaft, sich professionell neuen Lagen und Herausforderungen zu stellen; Heeresuniformträger mit streitkräftegemeinsamem Denken; Dienstleister aus Überzeugung".

In einem Grußwort sprach Georg Friedrich Prinz von Preußen allen Soldatinnen und Soldaten seine herzlichen Glückwünsche zum Doppeljubiläum aus. Es ist ihm "eine besondere Freude und zugleich ein persönliches Anliegen, sind die Anfänge dieser Truppengattung doch auf das Engste mit der Geschichte meines Hauses verbunden". Denn sein siebenfacher Urgroßonkel, König Friedrich der Große, erließ die Kabinettsorder, in der die Errichtung einer aus damaligen Forst- und Jagdbeamten gebildeten neuen Armeeeinheit befohlen wurde. Darin schrieb er seinem Oberjäger Schenck in Potsdam, dass dieser zwölf "treue Leuthe von gutem Verstande" auswählen und ihm vorschlagen solle. Damit wurde das "Reitende Feldjägerkorps" ins Leben gerufen.
Er führte aus, dass sich die historische Verbundenheit mit Preußen nicht zuletzt in der Gestalt des Barettabzeichens äußert. Dieses zeigt bis heute den Stern des Schwarzen Adlerordens, der 1701 am Vorabend der Krönung des ersten preußischen Königs Friedrich I. in Königsberg von diesem gestiftet wurde. Nur die einstigen Regimenter der königlichen Garde waren zum Tragen dieses Sterns berechtigt. Auch das seinerzeit der antiken Philosophie entlehnte Motto des Ordens "Suum Cuique" ("Jedem das Seine") wurde dabei übernommen und in den Ordensstatuten mit "Gerechtigkeit gegen jedermann" wiedergegeben. "Ich freue mich, dass das gerade in der heutigen Zeit so wichtige Bewusstsein für Traditionen hier bis in die Gegenwart weitergeführt und gepflegt wird".
(Hinweis: Das Grußwort wurde verlesen, weil Georg Friedrich Prinz von Preußen leider an einer persönlichen Teilnahme verhindert war)


Auch der Präsident der Kameradschaft der Feldjäger e.V., Oberstleutnant d.R. Dr. Peter Schütz, ging in seiner Rede auf die geschichtliche Entwicklung der Feldjäger ein. Über die Zeit der Bundeswehr hob er hervor, dass die Feldjäger zu den ersten Soldaten gehörten, die im Jahre 1955 vereidigt worden sind. Nur hießen sie damals noch nicht so. Vielmehr waren sie Teil der Militärpolizei-Lehrkompanie, die in Andernach aufgestellt wurde.
Mit der Bezeichnung als "Militärpolizei" war eine bewusste Abkehr von derordnungsdienstlichen Formation der früheren preußisch-deutschen Streitkräfte, der Feldgendarmerie, verbunden. Diese Abkehr ist aus zahlreichen Gründen völlig zu Recht erfolgt. Entscheidend ist jedoch dass Angehörige der Feldgendarmerie im Zweiten Weltkrieg nach heutigem Erkenntnisstand ganz zweifellos in größerem Ausmaß an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit beteiligt waren, auch wenn eine historisch-kritische und primärquellenorientierte Aufarbeitung dieser Thematik leider noch aussteht. Darum hat die Bundeswehr recht daran getan, im Bereich der Militärpolizei ganz bewusst etwas völlig Neues in der preußischen-deutschen Wehrgeschichte zu schaffen und dies auch durch die Namensgebung deutlich zum Ausdruck zu bringen. Allerdings ist es bei der Bezeichnung "Militärpolizei" nicht lange geblieben, da die neue Truppe bereits mit der Anordnung des Staatssekretärs Rust vom 30. Januar 1956 in "Feldjägertruppe" umbenannt wurde.
Zum Schluss seiner Rede machte Dr. Schütz- wie zuvor schon General Schnittker - darauf aufmerksam, dass wir noch ein drittes Feldjäger-Jubiläum zu feiern haben, weil unser Verein in diesem Jahr 35 Jahre alt wird. Die Kameradschaft der Feldjäger e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, die aktive Feldjägertruppe nach besten Kräften zu unterstützen, alle Feldjäger auch über ihre aktive Dienstzeit hinaus kameradschaftlich miteinander zu verbinden und dazu beizutragen, Tradition und Geschichte des Feldjägerwesens zu bewahren. Daran arbeitet die Feldjägerkameradschaft in enger Kooperation mit dem Kommando Feldjäger der Bundeswehr. Er dankte General Schnittker ausdrücklich dafür. "Die Kooperation zwischen der Kameradschaft der Feldjäger und dem Kommando Feldjäger der Bundeswehr konnte kaum sinnfälliger zum Ausdruck kommen, als durch die Veranstaltung an diesem Wochenende, die von uns gemeinsam organisiert worden ist. Wir als Kameradschaft der Feldjäger werden auch in Zukunft weiter daran arbeiten, auf diese und auf jede erdenkliche andere Weise das Ziel eines einheitlichen Feldjägerkorps anzustreben, das aus Aktiven, Reservisten, Ehemaligen und Freunden der Feldjägertruppe besteht".


Nach dieser doch tiefgehenden Zeremonie mit nachdenkenswerten Reden erging dann die Aufforderung an alle zur Teilnahme am Empfang in der Offizierheimgesellschaft in der Julius-Leber-Kaserne. Die nun recht gelockerte Stimmung sprach für sich.
Beim Empfang folgtennach der BegrüßungeinVortrag von Oberstleutnant Stefan Röder, Historikerstabsoffizier an der Offiziersschule des Heeres in Dresden zur Geschichte der Feldjägertruppe und Informationen zur Lage des Feldjägerregiments 1, vorgetragen durch Oberstleutnant a.D. Bruno Gehrlich, ehemaliger Kommandeurs des Feldjägerbataillons 351, Leipzig.









Dieser bemerkenswerte Jubiläumstag, der den Teilnehmern sicher lange in guter Erinnerung bleiben wird, schloss am Abend mit einem geselligen Beisammensein. Viele Gespräche und ein kulinarisches Buffet, das kaum Wünsche offen ließ, rundeten den Tag ab.

Der zweite Tag führte angemeldete und weitere Gäste nach Potsdam. Erste Station war der "Wald der Erinnerung" in der Henning-von-Tresckow-Kaserne, ein beeindruckender Besuch, der am Ende stille und nachdenkliche Besucher hinterließ. Ein würdiger Ort, in dem Ehrenhaine aus verschiedenen Einsatzgebieten endgültig verbleiben werden und der individuelles Trauern und Gedenken in einer sehr persönlichen Umgebung ermöglicht. Einzelschicksale werden deutlich durch Bilder und Lebensdaten der Toten, sehr jungen Soldatinnen und Soldaten, die in Ausübung ihrer Dienstpflichten für die Bundesrepublik Deutschland gefallen sind. Der "Wald der Erinnerung" ist der Öffentlichkeit zugänglich. Herzlichen Dank Oberstleutnant a.D. Günter Loss für diese beeindruckende Führung.








Dann ging es weiter auf den Spuren des "Alten Fritz". Zunächst genossen wir eine Führung durch das Neue Palais.




Nach einem Mittagessen im Mövenpick, bei dem auch "Aufwärmen" bei dem kalten Schneematschwetter angesagt war, folgte die Besichtigung und Führung des Schlosses Sanssouci. Natürlich wurde auch das Grab des Alten Fritz am Schloss besucht.






Alle waren sich einig:die kundigen Führer haben einen guten Eindruck in die damalige Zeit und Lebensumstände vermitteln können.

Nach der einstündigen Rückfahrt war erst einmal Ruhe und Verarbeitung der vielen Eindrücke angesagt. Dann aber ging es mit frischer Kraft in die zweite Abendveranstaltung, bei der das 35-jährige Jubiläum der "Feldjägerkameradschaft" im Vordergrund stand.

Der Präsident begrüßte die Gäste mit einer kurzen Jubiläumsrede und stimmte die Runde auf den Abend ein.

Aus der Gruppe der "Hamburger Studenten" begrüßte er als neues Mitglied den Leutnant Oskar Haase, der sich bei diesem Jubiläum spontan für eine Mitgliedschaft entschlossen hatte. Noch vor der Eröffnung des Buffets nahm er dann drei Ehrungen vor.

Die Ehrennadel in Gold verlieh er an Stabsfeldwebel a.D. Wolfgang Böhm, Hauptmann d.R. Stefan Richter und die Ehrenmitgliedschaft an Oberstleutnant a.D. Klaus Oberhansberg.











Als der Präsident dann das Buffet eröffnen wollte, gab es noch eine Überraschung. Ihm wurde kurzerhand das Wort entzogen. Der Vizepräsident und alle Regionalleitern "betraten die Bühne". Mit dieser bundesweiten Präsenz im Rücken empfing er die Ehrennadel in Gold, überreicht durch den Vizepräsidenten,Hauptmann d.R. Stefan Richter. Mit offensichtlich großer Rührung nahm er die Ehrung entgegen und war - was man nie vermuten würde - fast sprachlos und ein wenig durcheinander. Ein toller Moment.






Alle Geehrten erhielten großen Beifall, was die Richtigkeit der Ehrungen bestätigte. Danke für den tollen Einsatz in der Kameradschaft.

Mit einem gut besuchten Gottesdienst endeten am dritten Tag die Jubiläumstage "275 - 60 - 35" und die Teilnehmer traten ihren Heimweg an.

Ein herzliches Dankeschön allen, die bei Vorbereitung und Durchführung dieser besonderen und beeindruckenden Tage mitgewirkt haben.


Text und Bilder: Wilfried Mohr, Hauptmann a.D.



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