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Reservistenarbeit

Während der Bundesdelegiertenversammlung wurde beschlossen, die Förderung und Betreuung der Reservisten der Feldjägertruppe als zentrale Aufgabe unserer Kameradschaft weiter auszubauen. In den Bundesvorstand wurde dazu ein zusätzlicher Beisitzer gewählt.

Dieser soll zum einen durch enge Zusammenarbeit mit dem Feldjägerführer Bundeswehr und den Feldjägerbataillonen Erkenntnisse gewinnen und die Reservisten der Feldjägertruppe mittels Veröffentlichungen im FELDJÄGER bundesweit informieren, fördern und betreuen. Zudem wurde er mit der Organisation der Reservistenarbeit in der KdFJg im Zusammenwirken mit den RV/OV und dem Verband der Reservisten der Bundeswehr betraut. In dieses Amt wurde Kamerad Christian Kirchdorfer, Oberstleutnant d.R. gewählt .

Die neuen Aufgaben der Bundeswehr und die Veränderungen, die sich durch den Transformationsprozess der Streitkräfte ergeben, haben bereits in der Konzeption für Reservisten der Bundeswehr (KResBw) zu neuen erweiterten Aufgaben der Reservisten geführt. Auch die Feldjägertruppe wird hier gefordert. Zudem wird die Struktur der Streitkräfte in den nächsten Jahren auf die Erfordernisse für den Einsatz im In- und Ausland laufend angepasst werden. Unsere Kameradschaft wird dazu in den nächsten Jahren für die Aus-, Fort- und Weiterbildung, im Bereich der feldjägerspezifischen Ausbildungsinhalte und Themen die Reservisten mit Informationen sowie eigenen Aus- und Fortbildungsveranstaltungen unterstützen. Durch unsere Mitgliedschaft im Beirat für Reservisten beim BMVg wollen wir zusätzlich unsere Belange dort vertreten, um damit auch eng mit den anderen Verbänden zusammenzuarbeiten.

Neuigkeiten und Berichte rund um das Thema Reservisten in der Kameradschaft finden Sie hier.


Bericht über die Sitzung des Beirates Freiwillige Reservistenarbeit beim Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr

Am 23. und 24.04.2009 nahm ich erstmals an einer Sitzung des Reservistenbeirates teil. In diesem Beirat haben sich Vereine und Verbände freiwillig zusammengeschlossen, um die Interessen der Reservisten in ihren Vereinsgliederungen gemeinsam zu vertreten und bei Fragen der Betreuung von Reservisten zusammenzuarbeiten.

In der aktuellen Sitzung wurden die Grundlagen für die Zusammenarbeit in einer Vereinbarung, Leitlinien und einer Geschäftsordnung neu gefasst. Die Vereinbarung und die Leitlinien füge ich zum nachlesen an – die Geschäftsordnung erspare ich Ihnen.

Neben der Zusammenarbeit auf dem Feld der Freiwilligen Reservistenarbeit hat sich der Beirat die Aufgabe gestellt, den Stellvertretenden Generalinspekteur und Beauftragten für die Reservistenarbeit in diesen Fragen zu beraten. Dass der Beirat ein akzeptiertes Beratungsgremium ist, wurde dadurch deutlich, dass Herr Generalleutnant Dora den gesamten Abend des 23. April mit uns verbrachte, uns über die Themen informierte, die ihn mit Blick auf die Reservisten aktuell bewegen, und das intensive persönliche Gespräch suchte. Bemerkenswert fand ich unter anderem sein geäußertes Unbehagen zur Dauer von Ermittlungsverfahren in Deutschland im Zusammenhang mit dem Vorgehen deutscher Soldaten gegen Zivilpersonen in Afghanistan. Da auch ein Vertreter des Deutschen Bundeswehrverbandes, der ja weiterhin die anwaltliche Betreuung der betroffenen Soldaten unterstützt, anwesend war, wurde sehr schnell das Dilemma zwischen Fragen der zumutbaren Belastung für Betroffene und notwendiger Sorgfalt bei der Ermittlungsarbeit deutlich. Für mich und vielleicht auch für andere ist aber die Erkenntnis wichtig, wie präsent dieses Thema auf dieser Ebene ist.

Während der gesamten Tagung war der Referatsleiter FüS I 2, Oberst i.G. Pape, anwesend. Das Referat FüS I 2 ist im Bundesministerium der Verteidigung unter anderem zuständig für Reservistenfragen und arbeitet dem Stellvertretenden Generalinspekteur und Beauftragten für die Reservistenarbeit unmittelbar zu.

Die Kameradschaft der Feldjäger gehört dem Beirat seit 2006 an. Damit bewegen wir uns, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft der Kommandeure der Reserve, der Arbeitsgemeinschaft der Reservisten- und Traditionsverbände in Bayern, der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung, dem Bayerischen Soldatenbund, der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie, dem Deutschen Bundeswehr-Verband, dem Deutschen Marinebund, dem Freundeskreis der Luftwaffe, dem Kyffhäuserbund, dem Bund der Deutschen Infanterie, dem Bund der Deutschen Fallschirmjäger, dem Bund Deutscher Pioniere, dem Freundeskreis der Artillerietruppe, dem Kameradenkreis der ABC-Abwehr, Nebel- und Werfertruppe und dem Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr, auf einer Ebene, die sowohl wichtige Informationen als auch Einflussmöglichkeiten gibt. Demnächst wird auch der Kameradenkreis der Gebirgstruppe dem Beirat beitreten.

Was waren nun die wichtigsten Erkenntnisse und Ergebnisse?

Aus dem Vortrag des Referatsleiters FüS I2 wurde deutlich, dass die Bundeswehr insgesamt einen enormen Bedarf an Reservisten hat, der zurzeit bei weitem noch nicht gedeckt ist. Deswegen prüft das Verteidigungsministerium ein Bündel von Maßnehmen, das die Attraktivität des Reservistenstatus erhöhen soll. So überlegt man, die Ausbildung zum Reserveoffizier (hier ist der Bedarf besonders groß) durch eine Mischung aus Präsenz- und Fernlernphasen attraktiver zu gestalten. Man will den Wert des ausscheidenden Zeitsoldaten als zukünftiger Reservist stärker betonen, will neben der Beorderung, die übrigens mittlerweile auch möglich ist, wenn sich der Betroffene länger im Ausland befindet, auch die nicht beorderten Reservisten gewinnen, indem man Beförderungen auch außerhalb von Beorderungsverhältnissen möglich machen möchte.                                                                             Heute kann es sein, dass zwei Reservisten eine Wehrübung ableisten – zum Beispiel auch im Auslandseinsatz – und einer davon nach Erreichen der zeitlichen Voraussetzungen befördert wird, der zweite nicht, weil ein nicht beorderter Reservist nicht befördert werden kann. Auch die Frage, ob in Zukunft vielleicht Polizisten beordert werden könnten, wird oder wurde diskutiert; eine für die Feldjägertruppe nicht ganz uninteressante Idee.

Nebenbei wurde erwähnt, dass es inzwischen beim Streitkräfteunterstützungskommando einen Materialpool gibt, der für die Aus- und Weiterbildung von Reservisten zur Verfügung steht.

Bemerkenswert war für mich auch ein kurzer Bericht über eine Studie zur Wirkung und Wahrnehmung von Wehrübungstätigkeit in zivilen Unternehmen. Die verblüffende Erkenntnis ist, dass die meisten Unternehmen heutzutage mit dem Reservistenstatus und Fragen zu Wehrübungen schlechterdings so gut wie nichts anfangen können. Eine, wie eigentlich erwartet, grundsätzlich ablehnende Haltung der Unternehmen konnte so nicht festgestellt werden. Unkenntnis und Unsicherheit prägen das Bild. Das wird auch in dem Wunsch der Unternehmen nach einem kompetenten Berater deutlich. Diese Berater beginnt man nun von Seiten der Bundeswehr zu suchen.

Wir wollen übrigens auch nicht übersehen, dass die Mitgliedschaft im Beirat uns teilhaben lässt an den Haushaltsmitteln, die die Bundeswehr zum Zwecke der freiwilligen Reservistenarbeit zur Verfügung stellt. Derzeit stehen uns immerhin 1000 € zur Verfügung. Verwaltende Stelle in der Kameradschaft der Feldjäger ist unser Beisitzer für Reservistenangelegenheiten im Bundesvorstand, Oberstleutnant d.R. Kirchdorfer, der ja auch in den Gelben Seiten und an anderer Stelle sich zu diesem Thema geäußert hat. In der erweiterten Bundesvorstandssitzung werden wir auch die Frage der Zuordnung dieser Gelder entscheiden.

Insgesamt bewerte ich die Mitgliedschaft im Beirat Freiwillige Reservistenarbeit beim Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr als eine Erweiterung der Möglichkeiten unseres Vereins mit Blick auf die Reservisten, die Mitglied bei uns sind. Der Reservistenbeirat steht in seiner Gesamtheit für eine Zahl von über 200.000 Reservisten, und wir sind dabei.

Verfasser: Oberst a.D. Heiner Erdmann

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