Borkenkäfer - Feldjäger

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Borkenkäfer

Feldjaegertruppe
Das Feldjägerregiment 2 im Einsatz gegen den Borkenkäfer

 
Der Aufgabenbereich Feldjägerwesen der Bundeswehr wurde durch das Kommando Territoriale Aufgaben der Bundeswehr mit einem Hilfeleistungsantrag des Bundeslandes Rheinland-Pfalz betraut, bei welchem seit dem 18. Mai 2020 das Feldjägerregiment 2 im Einsatz gegen die Borkenkäferkalamität kämpft. Durch den Klimawandel und die daraus resultierenden immer wärmer werdenden Temperaturen sowie die anhaltende Trockenheit, kann sich der Borkenkäfer immer ungehinderter Ausbreiten und führt zu einem katastrophalen Absterben der Fichtenwälder im Westerwald. Der Käfer legt seine Nachkommen unter die Rinde der Bäume und gräbt tiefe Gräben in das Holz, dem die Bäume aufgrund der anhaltenden Trockenperiode mit ihren eigenen Abwehrmaßnahmen nichts mehr entgegen zu setzen haben. Die Folge ist das Absterben des Baumes, Gefahr für Leib und Leben von Waldbesuchern und Forstarbeitern durch Totholz und die weitere Verbreitung des Borkenkäfers.
 
In den Forstamtsbezirken Hachenburg und Neuhäusel unterstützen jeweils zehn Soldatinnen und Soldaten des Feldjägerregimentes 2, unter der Führung von Oberleutnant Matthias Lehner, 1./FJgRgt 2, die regionalen Revierleiter, um die katastrophalen Ausmaße einzudämmen. Bis Ende Juni 2020 hat die 1./Feldjägerregiment 2 den Auftrag vollumfänglich übernommen, nun unterstützen zusätzlich die 2./- bis 9./- sowie der Stabszug/Feldjägerregiment 2 die Arbeiten bis Ende August 2020.
 
Die Soldaten werden vor Ort durch die Forstämter eingewiesen, ausgestattet und unterstützt und identifizieren befallene Bäume, die dann vor Ort durch die Forstarbeit gefällt werden, schälen diese mit Schäleisen und bereiten die Wiederaufforstung vor. Auch wenn die Soldatinnen und Soldaten gut ausgestattet sind, ist dies gerade in den Sommermonaten eine nicht zu unterschätzende Arbeit. Hinzu kommt, dass man meist auf Freiflächen mit wenig Schatten arbeitet.
 
Die gefällten Bäume werden durch die Soldatinnen und Soldaten von der Rinde befreit. Eine sehr schweißtreibende Aufgabe, da diese nicht unbedingt leicht abzuschälen ist. So kann es passieren, dass mehrere Kameradinnen und Kameraden für einzelne Bäume durchaus zwei bis drei Stunden benötigen. Durch das Entrinden der Bäume werden die Larven der Borkenkäfer freigesetzt und vertrocknen. Dies verhindert, dass sich der Borkenkäfer weiter ausbreitet kann.
 
Die Soldaten werden vor allem an schwierig zu erreichenden Regionen im Wald eingesetzt oder wo der Borkenkäfer Bäume bisher nur punktuell befallen hat. In weitläufiger befallenen Gebieten wird durch die Forstämter auch Großgerät eingesetzt, sogenannte „Harvester“, die einen Baum fällen, entästen, entrinden und vermessen können in circa 30 Sekunden. „Die Arbeit der Soldaten sei trotzdem von unschätzbarem Wert“, betont Revierleiter Bernd Nückel aus dem Forstbezirk Neuhäusel, denn die Arbeit der Soldatinnen und Soldaten sei viel präziser und schneller in schwierig zu erreichenden Gebieten als das Großgerät, welches viel Platz und Zugänge benötige oder diese gar nicht erreichen könne.
 
Beim Dienstaufsichtsbesuch des Inspekteur Streitkräftebasis Generalleutnant Martin Schelleis und des Bundestagsabgeordneten und Mitglied im Verteidigungsausschuss Tobias Lindner (B90/Die Grünen) konnten diese sich selbst ein Bild von der Lage vor Ort machen. Sie zeigten sich tief interessiert und nutzten die Gelegenheit mit den Soldatinnen und Soldaten ins Gespräch zu kommen und ihnen zu danken. Sie lobten den Einsatz und betonten noch einmal besonders seine Relevanz für den Schutz der Natur und den Versuch die Wälder des Westerwaldes zu retten.
 
Das gesellschaftliche Interesse wird den eingesetzten Soldatinnen und Soldaten auch noch einmal besonders vor Augen geführt durch die häufigen Besuche von Zeitungs-, Rundfunk- und TV-Journalisten, sowie einer Dokumentarfilmerin, die den Einsatz der Bundeswehr gegen den Borkenkäfer im Kontext des Klimawandels filmisch verarbeiten möchte.
 
Auch wenn die Arbeiten und die Witterung die Soldatinnen und Soldaten teilweise vor Herausforderungen stellen, so ist die Stimmung vor Ort durchweg hervorragend. Die Anerkennung der geleisteten Arbeit zeigt sich auch durch die Dankesbekundungen der örtlichen Bürgermeister sowie enge und freundschaftliche Arbeitsverhältnisse mit den zivilen Stellen. Des Weiteren schilderte eine große Mehrheit der eingesetzten Soldatinnen und Soldaten, dass sie sich freuen, nach der Zeit des Shutdowns während der COVID-19-Pandemie, eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit an der frischen Luft wahrzunehmen.
 
Man muss konstatierten, dass die Bundeswehr trotz ihres hohen Einsatzes, den Kampf gegen den Borkenkäfer vermutlich nicht gewinnen wird, da die rasante Ausbreitung des Borkenkäfers, begünstigt durch die klimatischen Verhältnisse, voraussichtlich nicht zu stoppen ist. Nichtdestotrotz leistet das Feldjägerregiment 2 einen großen Beitrag den Schaden für die Forstämter und den Westerwald einzudämmen und eine Wideraufforstung zu begünstigen.
 
Text und Bilder: Matthias Lehner, Oberleutnant














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