PersonenSchützer - Feldjäger

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PersonenSchützer

Feldjaegertruppe
Personenschützer aus 20 Nationen zu Gast in Hannover
 
An der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in Hannover stand vom 01. April 2019 bis 05. April 2019 alles im Zeichen des Personenschutzes. Auf Einladung des NATO Military Police Center of Excellence in Bydgoszcz (Polen) fand zum zweiten Mal das Military Police Close Protection Forum statt.
 
„Der ursprünglich zweitägige Close Protection Workshop wurde erstmalig 2016 am NATO MP COE in Bydgoszcz (POL) durchgeführt. Diesem ersten multinationalen Treffen von Personenschützern ging ein „Request for Support“ Deutschlands voraus. Der Kommandeur FJgRgt 1 formulierte in seinem, mit KdoFJgBw und BMVg abgestimmten, Antrag  an den damaligen Chef des Stabes des NATO MP COE’s die Bitte um die vertiefende Analyse der Verfahrensabläufe im Rahmen eines multinationalen Personenschutzeinsatzes bei dem mehrere Personenschutzkommandos zeitlich an ein und demselben Ort agieren (tatsächlich war dies in einem Einsatzszenar in Afghanistan der Fall bei dem mehrere Soldaten, Schutzpersonen und Personenschützer verschiedener Nationalitäten, durch „Green on Blue Fire“ getötet und/oder verwundet wurden). Als ein wesentlicher Faktor im Zuge LI/LL[1] wurde dabei im Nachgang mangelhafte Koordination der Personenschutzkommandos untereinander als auch mit verantwortlichen Sicherungskräften vor Ort identifiziert.
 
Absicht zur Einrichtung des Close Protection Workshops war es die identifizierten LIs zu LLs zu transformieren, um zukünftig solch dramatische Ereignisse bereits im Vorfeld auszuschliessen. Kerngedanke dabei war die Verbesserung der Interoperabilität und ein engerer Schulterschluss zwischen den multinationalen Personenschutzkommandos im Einsatz.
 
Von der ehemalig theoretischen Ausrichtung (Vereinheitlichung von Verfahrensabläufen, Verbesserung der Koordination, taktisch-operative Zuständigkeiten, usw.) hat sich der Close Protection Workshop aufgrund der grossen Interessenlage der multinationalen MP Family zu einem einwöchigen Forum mit Schwerpunkt auf den praktischen Anteil entwickelt. Seit 2018 bietet das NATO MP COE damit interessierten Nationen an das Close Protection Forum zu „hosten“. Für das Jahr 2019 hatte sich, während des NATO MP Panels in Georgien (2018), dafür das KdoFJgBw mit dem Durchführungsort SFJg/StDstBw in Hannover angeboten und letzendlich auch den „Zuschlag“ in Konkurrenz mit anderen Nationen bekommen. Der Aufgabenbereich FJgWesBw hat in der Planung und Umsetzung sowohl den dafür erforderlichen Rahmen gestellt, als auch die notwendige Infrastruktur und Ablauforganisation gewährleistet.“
 
Mit der Durchführung in diesem Jahr wurde die Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr mit dem Übungszentrum Feldjäger Bundeswehr beauftragt.
 
Ziel war es erneut Erfahrungen zu teilen und die internationale Kooperation zwischen Personenschützern so zu stärken, um insbesondere in den Auslandseinsätzen die Sicherheit ganzheitlich zu verbessern.
 
Um diesem Ziel näher zu kommen, befassten sich 29 Teilnehmer aus insgesamt 20 Nationen drei volle Tage mit dem Leitthema ,,Ausbildung und Training im Personenschutz“.
 
Der ,,Deutsche Anteil“ begann am Dienstagmorgen, bevor jede Nation am Nachmittag den Ablauf und die Spezifika ihrer Personenschutzausbildung vorstellte. Der Schulkommandeur der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr, Oberst Ralf Broszinski, begrüßte die Forumsteilnehmer und machte sie mit Hauptfeldwebel Tobias Lagenstein bekannt, welcher auf tragische Weise mit dem Thema Personenschutz verbunden ist und 2018 Namensgeber der ehemaligen Emmich-Cambrai-Kaserne wurde. Es folgte die Vorstellung der Schule durch den Leiter des Schulstabs, Oberstleutnant Thomas Dieter Erdmann, bevor das Übungszentrum in Zusammenarbeit mit der III. Inspektion auf die deutsche Personenschutzausbildung mit dem unter den Nationen einmaligen Fokus auf die Personenschutzkommandoführerausbildung einging und die Möglichkeiten der Unterstützung der Truppenausbildung für Personenschützer im Übungszentrum aufzeigte.
 
Nachdem die Teilnehmer zunächst theoretisch in die Handlungstrainer der Schule eingewiesen wurden, stellte das Personal des Übungszentrums diese in einer anschließend stattfindenden ,,guided tour“ live vor. Bereits während des Rundgangs zeigten einige Nationen Interesse an einem künftigen Übungsvorhaben in Hannover.
 
Den Höhepunkt des Forums bildete ein Vortrag des Chefs des Stabes des Multinational Joint Headquarters Ulm, Generalmajor Kai Ronald Rohrschneider, welcher zum engen Verhältnis zwischen Schutzperson und Personenschutzkommandoführer im Auslandseinsatz vortrug und sich im Anschluss den Fragen der Teilnehmer stellte. Die Kernaussage der Ausführungen des Generalmajors lautete: Die große Verantwortung eines Personenschutzkommandoführers ist aufgrund des hochwertigen deutschen Ausbildungskonzeptes bei einem erfahrenen Unteroffizier mit Portepee in den besten Händen!
 
In mehreren Gruppenarbeitsphasen arbeiteten die Forumsteilnehmer an konkreten Ideen für zukünftige Kooperationen, auf denen nächstes Jahr beim Military Close Protection Forum 2020 in Fort Belvoir, Virginia (USA) weiter aufgebaut wird.
 
Im Ergebnis kann festgestellt werden, dass die diesjährige Durchführung in Hannover ein voller Erfolg war und erneut zur Festigung der internationalen Zusammenarbeit beitrug.
 
Text: Thorsten Stoll, Oberstleutnant (KdoFJgBw) und Stefan Heusinger, Oberleutnant (Übungszentrum Feldjäger Bundeswehr) – Bilder: Kai-Axel Döpke, (SFJg/StDstBw)
 

 

   
 
[1] „lessons identified“ / „lessons learned“
 
 
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