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UM- UND AUSBAU

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UM- UND AUSBAU DER GENERALOBERST-BECK-KASERNE IN SONTHOFEN
von Karl-Heinz Kreutz und Günther von Ameln


Das Allgäuer Anzeigeblatt titelte im Herbst des Jahres "Hämmernde Arbeiter lösen marschierende Soldaten ab" und berichtete, dass inzwischen zehn Millionen Euro für vorbereitende Baumaßnahmen eingesetzt wurden. Dazu gehörten die Sanierung der Dächer und der Einbau neuer Fenster. So wurden bisher rund 18.000 Quadratmeter neu gedeckt. Das entspricht etwa den Dächern von 110 Einfamilienhäusern. Dabei wurden die seit Jahrzehnten bekannten gewölbten Dachpfannen durch flache "Biberschwänze" ersetzt. Sie entsprechen optisch der ursprünglichen Eindeckung mit Holzschindeln, ergänzt durch kupferne Dachrinnen und, wie vormals wohl so gehabt, eckigen Fallrohren. Dabei werden die bisherigen Einglas-Fassaden der Fensterfronten durch moderne Elemente ersetzt, wobei die doppelt verglaste Holzbauweise dem Charakter des Baudenkmals entspricht. Bisher wurden ca. 800 Fenster angeliefert und eingebaut.


Der Sanitätsbereich, die Villa Lärchenhain, wurde abgebrochen und das Dach des Hauses 4 nach Norden angehoben und mit einer über die ganz Länge reichenden zusätzlichen Fensterfront versehen. Die Unterkünfte und Flure in den Häusern 4, 6 und 7 wurden entkernt und für den Ausbau mit Nasszellen vorbereitet. Mustereinbauten für die künftig modernen Unterkünfte lassen die Ausbauplanungen erkennen. Die Sporthallen und die Schwimmhalle werden saniert. Die Ölheizung unter dem Haus 13 (Sporthalle) wurde ausgebaut. Die alte Kohleheizung unter dem Turm und dem Haus 2 soll als Industriedenkmal erhalten bleiben. Ein Gang durch die Heizungsgänge zeigt, dass die alten Rohrleitungen überwiegend entfernt wurden. Unter dem Haus 13 bietet sich eine zwölf Meter hohe Halle mit umlaufender Galerie als Handlungstrainer an. Hier wurden seit Wochen die Außenanlagen freigelegt und die Kellerwände isoliert. Doch darüber demnächst mehr, wenn die neuen Straßenverläufe erkennbar sind.


In den 70er Jahren, so Hartmut Happel anlässlich einer seiner Burgführungen, wurde die Kasernenanlage erweitert. Die Bundeswehr erwarb dazu weitere Grundstücke bis hin zur heutigen Hofener Straße. Ein ehemaliges Bauernhaus stand dort, wo das heutige Wachgebäude (Ost) steht. Diese Hauptzufahrt zur Kaserne mit dem neuen Wachgebäude wurde 1975 fertiggestellt, allerdings ohne das gegenüber beabsichtige Lehrdienstkommando; wie ja auch das auf dem späteren Parkplatz angedachte Lehrsaalgebäude stets Wunschdenken geblieben ist. Die Hauptwache wird jetzt in Richtung Haus 16 verlegt, so dass sie dann in der Hauptachse der Burg steht. Diese reicht dann von der Wache bis zur Turmanlage. Die Senke in der Achse zwischen der dann neuen Wache und dem Turm füllen die Planer auf. Dazu wurde zunächst die Kasematte der Versorgungsstraße, vormals genutzt u.a. als Schießstand, freigelegt und abgebrochen.


Die Baumaßnahmen in der "Burg" liegen im Zeit- und Finanzplan. Rund 4,7 Millionen Euro hat das Hochbauamt Kempten im Vorjahr bereits verbaut, etwa 5 Millionen sind es in diesem Jahr. Dabei handelt es sich bisher nur um vorbereitende Maßnahmen. So richtig loslegen will das Bauamt im kommenden Jahr. Dann wird damit begonnen, die Gebäude und Anlagen zu sanieren und umzubauen. Ende 2014 soll alles für die neue Nutzung fertig sein.


Inzwischen streifen wir weiter, lernen die Burg bis in die tiefsten Katakomben und den letzten Winkel noch besser kennen, erfahren und erleben, mit welchem Aufwand gebaut und modernisiert wird, hören aber auch das eine oder andere. So gibt es wohl Bedenken des Brandschutzes und abweichende Vorstellungen der Denkmalschützer, insbesondere wohl dann, wenn es um das Haus 5 mit dem Sonnenhof, mit der Ehrenhalle, den beiden Vortragssälen, dem Teesaal und dem großen Speisesaal geht. Derzeit hat man das Grün überall geschnitten und den Efeu dort entfernt, wo er sich zu sehr ausgebreitet hat. Die herbstlichen Rasenflächen wurden noch einmal gemäht. Immer wieder findet sich noch Nachlass aus früheren Nutzungen. Mit Bildern vom Bergsteigen und Wandern der AH-Schüler in den 40er Jahren und Arbeitsmitteln der Amerikaner anlässlich der späteren Belegung. Eine interessante, aber auch etwas wehmütige Zeit, wenn man sieht, wie sich hier alles zu einer prächtigen Anlage entwickelt.




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