„Ordnungshüter Schießen 2025“ – Präzision, Kameradschaft und Stahl in der Heide
Feldjaegertruppe > 2026-08
Am 1. Oktober 2025 war es endlich soweit: Das „Ordnungshüterschießen“ öffnete zum 41. Mal seine Tore, wie immer organisiert vom Feldjägerdienstkommando Munster auf dem Truppenübungsplatz Munster Süd. Was einst als kleiner kameradschaftlicher Wettkampf begann, hat sich längst zu einem der bedeutendsten Treffpunkte für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben und alliierter Truppenteile in Norddeutschland entwickelt.
Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung war wie so oft der Gefechtsstand „Winchhouse“. Zwischen Tarnnetzen und Ausrüstungskisten boten sich hier spannende Einblicke in verschiedene Themenbereiche und gelebte Kameradschaft.
Der Bundeswehr Sozialdienst informierte über seine vielfältige Unterstützungsarbeit in belastenden Lebenssituationen, während das Team von Elite Shooting einen Einblick in ihre maßgeschneiderten Trainingsprogramme gab, die sich weit über den klassischen Schießsport hinaus erstrecken.
Am Stand des Feldjägerdienstkommando Munster herrschte reger Betrieb: Fachlicher Austausch über Erhebung und Ermittlung, die Arbeit der Motorradstaffel, begleitet durch Fotos aus Übung und Einsatz auf Bildschirmen zogen Besucher ebenso in ihren Bann wie die gelebte Offenheit zwischen Polizei und Militärpolizei – ein Erfahrungsaustausch auf höchstem Niveau.
Direkt vor dem „Winchhouse“ ließ das Deutsche Panzermuseum Munster die Herzen aller Technikliebhaber höherschlagen. Der Anblick der historischen und immer noch voll fahrtüchtigen Fahrzeuge, darunter der legendäre Flugabwehrpanzer Gepard, welcher aktuell auch in der Ukraine zum Einsatz kommt, sorgten für leuchtende Augen und staunende Gesichter.
Ein besonderes Highlight war der Stand vom Kraftfahrausbildungszentrum Simulator Munster, wo sich die seltene Gelegenheit bot, mit einen Leopard 2 Fahrschulpanzer mitzufahren oder diesen auch selbst zu steuern. Nach teils zwei Stunden Wartezeit nahmen viele Besuchende mit breitem Grinsen Platz am Steuer, unter ihnen auch der Kompaniechef der Feldjäger aus Munster sowie der stellvertretende Kommandeur des Feldjägerregiments 2.
Für nostalgische Gefühle sorgte der Verein „Munga-IG Harz/Heide“: Mit ihren liebevoll gepflegten Munga-Fahrzeugen, natürlich auch in der Variante Feldjäger, boten sie Shuttles zur Schießbahn und Fahrten über die Geländelehrbahn an. Ein Stück Bundeswehrgeschichte, das auf vier Rädern lebendig blieb und sich einen Weg durch das Gelände bahnte.
Auf der Schießbahn 20/KRONSBERG wurde es dann ernst. Mit der Pistole P8 und dem Gewehr G36K traten die Teilnehmenden in Team- und Einzelwertungen gegeneinander an. Volle Konzentration und ein ruhiges Händchen waren hier gefragt. Das Preisschießen mit dem Maschinengewehr MG3 auf der Schießbahn brachte ebenso viel Nervenkitzel wie das parallel stattfindende Bogenschießen am „Winchhouse“, durchgeführt vom „Niedersächsischen JagdKlub“ aus Hannover.
Während die Ergebnisse im Schießen mit den Hauptwaffen rasch ermittelt waren, spitzte sich der Kampf um die besten Bogenschützen dramatisch zu – ein spannendes Stechen entschied schließlich über Sieg und Platzierungen. Und wie es sich für ein episches Finale gehört, setzte der stellvertretende Kommandeur des Feldjägerregiments 2 selbst das Ausrufezeichen des Tages: Er sicherte sich nicht nur den Titel des besten Einzelschützen, sondern zugleich den des besten Pistolenschützen und das sogar mit Ankündigung. Der Pokal der besten alliierten Schützen ging verdient an Zandarmeria Wojskowa, die Kameraden der Militärpolizei aus Polen.
Nach der Siegerehrung klang der Tag in bester Tradition aus: bei Steak, Bratwurst und kalten Getränken wurde gelacht, gefachsimpelt und die Kameradschaft gepflegt. Ein rundum gelungener Tag mit Vorfreude aufs nächste Jahr.

Text und Bilder: Jan-Wilhelm v.F., Hauptfeldwebel

