Führungstagung im Kommando Feldjäger der Bundeswehr
Feldjaegertruppe > 2026-08
Die Führungstagung im Kommando Feldjäger der Bundeswehr zählt zu den Höhepunkten der jährlichen Veranstaltungen und des Lehrgangsgeschehens im Kommandobereich der Feldjägertruppe. Im Jahr 2025 fand die Veranstaltung mit rund 185 Teilnehmenden vom 18. bis 20. November erneut an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr in Hannover statt.
Tagungsaufbau und Rolle der Militärpolizei
Programm und inhaltliche Zielsetzung folgten dabei einem klar strukturierten Ansatz. Anders als in den Jahren zuvor wurde bewusst die Rolle der Feldjäger innerhalb der veränderten Sicherheitsarchitektur Deutschlands in den Mittelpunkt gestellt. Einleitend dazu erfolgte eine umfassende Lagebilddarstellung, die den strategischen Rahmen beschrieb, in dem die Feldjäger heute agieren. Diese umfasste sowohl die Darstellung der Bedrohungslage – einschließlich hybrider Gefahren in Deutschland – als auch die Einordnung des eigenen Handelns in die NATO-Verteidigungsplanungen sowie die Aufgaben der MP im Rahmen der Landesverteidigung entlang des Operationsplans Deutschland. Kernelement des Operationsplanes ist der nationale Beitrag der Bundeswehr zur NATO-gemeinsamen Abschreckung möglicher Aggressoren, welcher sich aus der gesamtstaatlichen sowie gesellschaftlichen Verantwortung ableitet, die Verteidigungsfähigkeit zu gewährleisten.
Im Fokus stehen kriegs- und einsatzbereite MP Kräfte in den Phasen: Frieden, Krise und Krieg. Basierend auf dieser Grundlage wurden die Ableitungen für den Kommandobereich in unterschiedlichen Handlungsfeldern vorgestellt, erklärt und im Auditorium erörtert. Ziel war es, alle Teilnehmenden umfassend zu informieren, bereits erfolgte Anpassungen zu bewerten sowie noch erforderliche Veränderungen ab dem Jahr 2026 vorzubereiten.
Der Kommandeur setzte hierbei bewusst auf Impulsvorträge, die in geführte Diskussionen und offene Nachbereitungen übergingen. So konnten relevante Aspekte aus einer 360-Grad-Perspektive betrachtet und flexibel auf Fragen aus dem Kreis der Lehrgangsteilnehmenden eingegangen werden.
Tagungsauftakt: Führungsbemerkung des Kommandeurs und Darstellung der Bedrohungslage
Den Auftakt der Tagung bildeten die Führungsbemerkungen von Brigadegeneral Wiesner, der einen kurzen Rückblick auf das vergangene Jahr sowie einen vorbereitenden Ausblick auf die kommenden Entwicklungen sowie strategischen Richtungsentscheidungen gab. Unter der Maßgabe, dass Veränderungen in der Feldjägertruppe kein Selbstzweck sind, sondern aus der Beobachtung des sicherheitspolitischen Umfelds, der aktuellen Bedrohungslage und der vorgesehenen Rolle der Feldjäger innerhalb der gesamtstaatlichen Verteidigung resultieren, begann der inhaltliche Teil mit der Darstellung der Lage „Rot“. Hierzu referierten Offiziere des Militärischen Abschirmdienstes sowie des Joint Intelligence Centers. Ergänzend wurde der aktuelle Planungsstand zum Beitrag der Militärpolizei in den NATO-Verteidigungsplanungen und im Operationsplan Deutschland vorgestellt.
MP Tactical Plans und Einblick in die aktuellen Themen der Dezernate
Aufbauend auf dieser Ausgangslage folgten sechs thematische Cluster, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Konsequenzen der aktuellen Bedrohungslage bzw. den Aufgaben der MP befassten. Zunächst wurden durch die Arbeitsgruppe Kräfteplanung unter Führung von Oberstlt Thiel die eigenen kräftebezogenen Planungen, die Arbeiten an den MP Tactical Plans sowie Konsequenzen auf die weitere Fähigkeitsentwicklung vorgestellt. Im anschließenden Cluster wurden durch die Dezernate Grundsatz Konzeption, Personal, Ausbildung und Multinationale Kooperation erläutert, welche Auswirkungen sich auf Organisation, Personal, Reserve sowie nationale und multinationale Partner ergeben.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Ableitungen für Logistik, Führungsfähigkeit und Rüstung. Hierzu trugen die zuständigen Dezernate Logistik, IT-Services sowie CPM/Rüstung vor. Im vierten Themenblock vermittelten Vertreter der Dezernate Ausbildung und Übungen, der Regimenter sowie der Schule, wie Ausbildung, Übung und Erziehung bereits angepasst wurden und weiter angepasst werden, um den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden und die Kräfte bestmöglich kriegstüchtig vorzubereiten sowie aufzustellen.
Die Cluster fünf und sechs beleuchteten schließlich die Umsetzung der NATO- und deutschen Planungen im Hinblick auf die durch die Feldjägerregimenter zu stellenden Task Forces. Dabei wurden auch grundlegende Veränderungen im rechtlichen Rahmen sowie in der Doktrin thematisiert.
Würdigung verdienter Kameraden und besondere Auszeichnungen
Wie in den Vorjahren nutzte das Kommando Feldjäger der Bundeswehr zudem die Gelegenheit, im Rahmen mehrerer Abendveranstaltungen – teilweise gemeinsam mit der Kameradschaft der Feldjäger – Auszeichnungen zu verleihen sowie verdiente Kameraden in einem würdigen Rahmen aus dem aktiven Dienst zu verabschieden. In vier Laudationen wurden Oberst a.D. Dirk W., Oberst a.D. Thomas M., Oberstleutnant a.D. Udo K. und Oberstleutnant a.D. Jens L. geehrt. Die Atmosphäre wurde durch die musikalische Begleitung des Heeresmusikkorps Hannover im Rahmen einer Serenade gebührend vervollständigt. Im Rahmen der abendlichen Meet & Greet-Veranstaltung erhielten vier Kompaniechefs durch Brigadegeneral Wiesner sowie ihre Regimentskommandeure die Beförderung zum Major. Des Weiteren wurden die Lehrgangsbesten der SFJg/StDstBw durch den Präsidenten der Kameradschaft der Feldjäger, Oberst d.R. Markus Tönsgerlemann, ausgezeichnet. Für die hervorragende kulinarische Versorgung der Veranstaltungsreihe sorgten die Verpflegungsgruppe der 1./Feldjägerregiment 2 aus Hilden, das Stabsquartier Kommando Feldjäger sowie die Offiziersheimgesellschaft Bothfeld.
Jahresweisung 2026+ und „3.ALPHA“
Den Abschluss der Führungstagung bildete eine zusammenfassende Einordnung aller Erkenntnisse, Ableitungen und Zielsetzungen durch den Kommandeur, Brigadegeneral Wiesner. Diese mündete in der Vorstellung seiner „drei Alpha“ als Leitlinien für das Jahr 2026. Der Kommandobereich hat bereits viel erreicht. Der Fünfjahresplan (2023 bis 2027) wird mit unverändertem Elan und Nachdruck unter Berücksichtigung der Vision „MP der Zukunft“ weiterverfolgt. Manches liegt nicht in eigener Hand, denn die Anpassungen sind anstrengend und fordern alle, leben vom Mitmachen und werden auch im Jahr 2026 nicht einfacher werden. Die seit 2023 hinzugekommenen Zusatzaufgaben werden zunächst ohne die weitreichenden mittelbaren materiellen und personellen Veränderungen zur Wirkung kommen. Das Motto lautet daher unverändert Möglichmachen und mit klarem KoMPass TeMPo halten.
Text: Autorenteam KdoFJgBw - Bild: Isabel B., Hauptmann
Operationsplan MP 2029+ des Kommandeurs KdoFJgBw, Brigadegeneral Sandro Wiesner.

